Leistungspreis
€/kW berechnen und durch Peak Shaving senken
Definition:
Der Leistungspreis ist ein Gebührensatz pro bereitgestellter Leistung (kW) und wird meist in €/kW·a (pro Jahr) angegeben. Er bepreist nicht die Energiemenge (kWh), sondern die maximale Leistung, die ein Kunde zu einem Zeitpunkt gleichzeitig aus dem Netz benötigt. Je höher die Spitzenlast, desto höher der Leistungspreis – unabhängig vom tatsächlichen Jahresverbrauch.
Was liegt dem Leistungspreis zugrunde?
Der Leistungspreis spiegelt vereinfacht die Kosten wider, die entstehen, weil Netz und Infrastruktur so dimensioniert sein müssen, dass sie die geforderte Spitzenleistung bereitstellen können. Die Netzbetreiber müssen Leitungen, Umspannwerke und Schutztechnik für die höchste mögliche Last ausbauen – auch wenn diese nur selten abgerufen wird. Diese Bereitstellungskosten werden über den Leistungspreis an die Kunden weitergegeben.
Wo ist der Leistungspreis relevant?
Der Leistungspreis ist besonders im Gewerbe- und Industriebereich entscheidend. Hauptanwendungsfall sind Netzentgelte für RLM-Kunden (registrierende Leistungsmessung): Hier ist der Leistungspreis häufig die zentrale Komponente der Stromkosten. In Deutschland gilt: Die höchste gemessene Viertelstundenleistung (15-Minuten-Mittelwert) im Abrechnungsjahr bestimmt den Leistungspreis für das komplette Jahr.
Wie wird der Leistungspreis berechnet?
Die Rechenlogik ist einfach: Jahreskosten = Spitzenlast (kW) × Leistungspreis (€/kW/a)
Beispiel: Ein Betrieb hat eine Spitzenlast von 1.000 kW. Der Leistungspreis beträgt 120 €/kW/a.Jährliche Leistungskosten = 1.000 kW × 120 €/kW = 120.000 €
Merksatz: Eine einzige Viertelstunde mit 1.050 kW statt 1.000 kW erhöht die jährlichen Leistungskosten um 6.000 € – für den Rest des Jahres.
Warum ist der Leistungspreis so wichtig?
Für Unternehmen entscheidet nicht nur der Verbrauch, sondern die Spitzenleistung über einen großen Teil der Stromkosten. Ein Betrieb mit 5.000 MWh Jahresverbrauch und 1.500 kW Spitzenlast zahlt oft mehr für die Leistung als für die Energie. Der effektivste Hebel zur Kostenreduktion ist daher Lastspitzenkappung (Peak Shaving), meist mit Batteriespeichern: Sie reduzieren die Spitzenlast gezielt, ohne den Gesamtverbrauch zu ändern – und senken damit den Leistungspreis direkt.
Das Wichtigste zusammengefasst:
Der Leistungspreis ist der Preis pro kW und basiert auf der höchsten Leistung, nicht auf der Gesamtmenge. Für RLM-Kunden ist er oft der größte Kostenhebel – und lässt sich durch Peak Shaving messbar reduzieren.
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