Netzentgelte – Gebühren für Stromtransport und Verteilung senken
Definition:
Netzentgelte sind Gebühren für die Nutzung der Stromnetze, die Netzbetreiber erheben und über die Stromrechnung weitergeben. Sie zahlen damit für den Transport und die Bereitstellung von Strom über Verteil- und Übertragungsnetze - inklusive Betrieb, Instandhaltung, Messung und Netzausbau. Die Höhe variiert regional je nach Netzgebiet, Infrastrukturkosten und Ausbaubedarf.
Woraus bestehen Netzentgelte?
Netzentgelte setzen sich aus zwei Komponenten zusammen:
Der Arbeitspreis (ct/kWh) ist abhängig von der Gesamtmenge Strom (kWh), die über das Jahr bezogen wird. Er ist besonders relevant bei Haushalten und kleineren Gewerbekunden.
Der Leistungspreis (€/kW·a) ist abhängig von der höchsten Leistung (kW), die zu einem Zeitpunkt aus dem Netz bezogen wird. Für Gewerbe- und Industriekunden mit Lastgangmessung ist diese Komponente oft entscheidend: Die höchste gemessene Viertelstunde im Abrechnungszeitraum bestimmt den Leistungspreis für das gesamte Jahr. Das bedeutet: Eine einzelne Spitzenlast kann die Leistungskosten für 365 Tage prägen.
Von welchen Faktoren hängen Netzentgelte ab?
Die wichtigsten Einflussfaktoren sind: das Netzgebiet und der zuständige Netzbetreiber (regional unterschiedliche Preise), die Spannungsebene des Anschlusses (Niederspannung, Mittelspannung, Hochspannung), das Abnahmeverhalten und die Benutzungsstunden (größere Verbraucher haben oft Rabatt-Potenziale), sowie das Messkonzept (Standardlastprofil vs. registrierende Leistungsmessung).
Wie lassen sich Netzentgelte senken?
Für Unternehmen liegt ein großer Hebel nicht im Arbeitspreis, sondern in der gezielten Steuerung der Leistungsspitzen. Drei bewährte Optimierungsstrategien sind:
- Lastspitzenkappung (Peak Shaving): Reduktion der höchsten Netzleistung zur Senkung des Leistungspreises – oft die wirksamste Maßnahme.
- Lastverschiebung (Load Shifting): Verlagerung von Verbrauch in günstigere und weniger belastete Zeitfenster.
- Atypische Netznutzung: Reduktion der Lastspitzen in netzkritischen Zeiten (Hochlastzeitfenster) für weitere Netzentgeltminderung.
Das Wichtigste zusammengefasst:
Netzentgelte sind die „Maut" für die Stromverteilung. Wer sein Lastprofil versteht und gezielt steuert – besonders die Leistungsspitzen – kann Netzentgelte oft spürbar reduzieren. Der größte Hebel liegt typischerweise nicht bei den Kilowattstunden, sondern bei den Kilowatt.
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