PPA (Power Purchase Agreement)
Langfristiger Stromvertrag mit grüner Energie
Definition:
Ein PPA (Power Purchase Agreement) ist ein langfristiger Stromliefervertrag zwischen einem Stromproduzenten und einem Stromabnehmer, bei dem Liefermenge, Preis und Laufzeit individuell vereinbart werden. Typische Laufzeiten betragen 10 bis 20 Jahre. Für produzierende Unternehmen bietet ein PPA die Möglichkeit, sich grünen Strom zu stabilen, planbaren Preisen zu sichern – unabhängig von schwankenden Börsenstrompreisen.
Der Unterschied zu klassischem Strombezug:
Beim klassischen Strombezug über Versorger oder Börse ist der Preis volatil und abhängig von Marktlage und Jahreszeit. Beim PPA hingegen wird ein fester Preis direkt mit dem Anlagenbetreiber vereinbart – und dieser Preis gilt für die gesamte Vertragslaufzeit. Das bietet Kostensicherheit und unterstützt Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens, da der bezogene Strom mit Herkunftsnachweisen belegt ist (green electricity).
Die vier PPA-Typen:
- On-site PPA: Die Erzeugungsanlage steht direkt auf dem Betriebsgelände (meist Dachanlage). Strom fließt ohne öffentliches Netz – Netzentgelte entfallen weitgehend. Typisch für kleine bis mittlere Gewerbebetriebe.
- Off-site PPA: Erzeuger und Abnehmer sind räumlich getrennt. Strom fließt über das öffentliche Netz. Ermöglicht größere Volumina aus Wind- oder Freiflächensolaranlagen. Erfordert Bilanzkreismanagement.
- Corporate PPA: Ein Industrieunternehmen schließt direkt mit einem Anlagenbetreiber ab. Strom dient dem eigenen Verbrauch. Unterstützt Dekarbonisierungsziele und ESG-Berichterstattung.
- Virtuelles PPA: Kein physischer Stromfluss. Erzeuger und Abnehmer verrechnen Preisdifferenzen zum vereinbarten Festpreis finanziell. Kein Bilanzkreismanagement nötig, geeignet für größere Mengen und räumliche Distanzen.
Für wen sind PPAs geeignet?
PPAs sind marktbasierte Verträge – kein EEG-Förderinstrument. Sie eignen sich vor allem für Unternehmen mit einem Jahresstrombedarf ab etwa 5 bis 10 GWh. Für kleinere Betriebe ist ein On-site PPA mit einer Dachanlage oft der einfachere Einstieg: Ein externer Projektierer finanziert, errichtet und betreibt die Anlage, während das Unternehmen den Strom zum vereinbarten Preis abnimmt.
BESS + PPA: Die Kombination:
Ein Batteriespeicher ergänzt ein PPA wirkungsvoll. Der Speicher erhöht den Eigenverbrauchsanteil des vertraglich vereinbarten Stroms, puffert Überschüsse ab und reduziert den Reststromanteil aus dem Netz. Besonders bei On-site PPAs mit Dachanlagen ist die Kombination mit einem Speicher heute Standard – sie maximiert den wirtschaftlichen Nutzen des PPA und reduziert die Abhängigkeit von teuerem Netzstrom.
Das Wichtigste zusammengefasst:
Ein PPA bietet Kostenicherheit über Jahrzehnte und eine klare Nachhaltigkeitsstrategie. Mit einem Batteriespeicher wird das PPA noch wirtschaftlicher, weil mehr Strom direkt vor Ort genutzt wird statt ins Netz zu fließen.
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