EPEX Spot
Die Strombörse für Stromhandel und Preisfeststellung
Definition:
Die EPEX Spot (European Power Exchange) ist die zentrale Strombörse, an der Strom in Deutschland und weiten Teilen Europas gehandelt wird. Hier treffen Angebot und Nachfrage aufeinander und bilden den Börsenstrompreis – der als Referenz für Einspeisevergütungen, Direktvermarktung und Energiebeschaffung dient. An der EPEX Spot kaufen und verkaufen Energieversorger, Industrieunternehmen, Direktvermarkter und Speicherbetreiber Strom für konkrete Lieferzeiträume.
Wie funktioniert die EPEX Spot? Die Handelssegmente:
Die EPEX Spot hat mehrere Handelssegmente:
Day-Ahead-Markt: Auktion täglich am Vortag um 12 Uhr. Strom für jede Stunde des nächsten Tages wird versteigert. Das Ergebnis ist ein stündlicher Preis für jeden Lieferzeitraum. Dieser Day-Ahead-Preis ist die Referenz für die meisten Vermarktungsmodelle und EEG-Förderungen.
Intraday-Markt: Fortlaufender Handel bis wenige Minuten vor Lieferung. Kurzfristiger Handel für Abweichungen von der Tagesplanung – wichtig für Speicherbetreiber und Direktvermarkter zur Feinsteuerung.
Viertelstunden-Produkte: Seit Oktober 2025 wurde der Day-Ahead-Markt auf 15-Minuten-Produkte umgestellt. Das ermöglicht präzisere Steuerung von Speichern und flexiblen Verbrauchern.
Warum schwanken die Strompreise?
Der Börsenstrompreis schwankt je nach Angebot und Nachfrage erheblich. In Zeiten hoher erneuerbarer Einspeisung (viel Sonne, viel Wind) bei geringem Verbrauch fällt der Preis dramatisch – und kann in den negativen Bereich fallen. In Zeiten knapper Erzeugung oder hoher Last steigt er stark an. Diese Preisschwankungen sind der wirtschaftliche Hebel, den ein Batteriespeicher im Multi-Use-Betrieb ausnutzt.
Wichtige Phänomene an der EPEX Spot:
- Negativpreise: Der Strompreis fällt unter null, wenn Überproduktion herrschend ist. Das signalisiert: Das Stromnetz ist überlastet, Einspeisung ist unerwünscht. Speicher laden zu diesen Zeiten kostenlos ein und vermeiden Überproduktion.
- Preisspread: Der Unterschied zwischen Hoch- und Tiefpreisphasen innerhalb eines Tages kann erheblich sein – oft 50–100 €/MWh oder mehr. Speicher laden in günstigen Phasen und entladen in teuren Phasen – das ist Arbitrage.
- Referenzpreis für Förderung: Marktprämien, Direktvermarktungserlöse und Wirtschaftlichkeitsberechnungen für Speicher basieren alle auf EPEX-Spotpreisen.
- Marktzugang: Nur wenige Akteure handeln direkt. Die meisten arbeiten mit Direktvermarktern, die stellvertretend für Anlagenbetreiber am Markt teilnehmen.
Relevanz für Batteriespeicher:
Ein prognosebasiertes Orchestrierungssystem bezieht die EPEX-Preise täglich in seinen Fahrplan ein. Es analysiert die Day-Ahead-Preise und berücksichtigt auch Intraday-Preise, um zu entscheiden: Zu welchen Stunden wird Strom aus dem Speicher ins Netz eingespeist (wenn Preise hoch sind)? Wann wird der Speicher günstig geladen? Das Ergebnis ist eine täglich neu optimierte Betriebsstrategie.
Das Wichtigste zusammengefasst:
Die EPEX Spot ist der Referenzmarkt für Strompreise in Deutschland und Europa. Batteriespei-cher nutzen die Preisschwankungen aus – intelligent gesteuerte Speicher laden günstig und entladen teuer, und maximieren damit ihre Rendite.
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