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Zur Batterielösung →Netzstrom ohne Herkunftsnachweis und höhere CO₂-Emissionen
Graustrom ist Strom aus dem öffentlichen Versorgungsnetz, der ohne zertifizierten Herkunftsnachweis für erneuerbare Erzeugung bezogen wird. Er setzt sich aus dem deutschen Residualmix zusammen – also dem Strommix nach Abzug aller bereits durch Herkunftsnachweise zertifizierten erneuerbaren Anteile. Der Graustrom enthält dadurch einen höheren fossilen Anteil und ist mit entsprechenden CO₂-Emissionen verbunden.
Der Residualmix ist die rechnerische Basis für Graustrom. Er ergibt sich aus dem deutschen Gesamtstrommix minus aller erneuerbaren Anteile, die bereits durch Herkunftsnachweise (HKN) zertifiziert und verkauft wurden. Weil die besten erneuerbaren Anteile über HKN vergeben sind, enthält der Residualmix einen deutlich höheren fossilen Anteil als der nominale Gesamtmix. Das ist nicht eine physikalische Realität, sondern ein bilanzielles Konzept – der Strom selbst ist physikalisch identisch mit Grünstrom, nur dokumentarisch ungekennzeichnet.
Der deutsche Graustrom-Emissionsfaktor liegt 2025 bei etwa 380–400 g CO₂ pro Kilowattstunde. Dieser Wert ist die Grundlage für die Scope-2-Emissionsbilanzierung von Unternehmen, die Netzstrom ohne Grünstromvertrag beziehen. Zum Vergleich: Grünstrom aus erneuerbaren Quellen hat praktisch 0 g CO₂/kWh. Die Differenz ist oft ein unterschätzter Kostenfaktor in der CO₂-Bilanz.
Graustrom ist in der Beschaffung günstiger als zertifizierter Grünstrom. Die meisten Standard-Gewerbestromverträge ohne explizite Grünstromkennzeichnung liefern Graustrom. Für Unternehmen mit Dekarbonisierungszielen oder CSRD-Verpflichtungen ist dies jedoch ein Problem: Sie zahlen zwar weniger beim Stromeinkauf, beladen aber ihre Scope-2-Bilanz mit 380–400 g CO₂/kWh statt 0 g.
Wird ein Batteriespeicher zu Niedrigpreiszeiten aus dem öffentlichen Netz geladen, ist dieser Strom Graustrom – wenn kein Grünstromvertrag besteht. Für die Marktarbitrage ist die Stromfarbe wirtschaftlich irrelevant; der Gewinn kommt aus Preisunterschieden. Für die CO₂-Bilanz jedoch nicht: Unternehmen sollten den Graustromeintrag durch intelligente, prognosebasierte Steuerung minimieren – indem sie Netzladung vermeiden und stattdessen PV-Eigenverbrauch optimieren.
Mit steigendem Anteil erneuerbarer Energien im deutschen Strommix sinkt der CO₂-Faktor von Graustrom kontinuierlich. Gleichzeitig wächst der regulatorische Druck: CSRD, Lieferkettengesetz und Science-Based Targets verlangen dokumentierte Grünstromnutzung. Langfristig wird die zertifizierte Herkunft wichtiger als der absolute CO₂-Wert des Mixes.
Graustrom ist der Standardnetzstrom ohne Grünstromzertifikat – günstiger zu kaufen, aber mit 380–400 g CO₂/kWh deutlich teurer in der CO₂-Bilanz. Mit Batteriespeichern und Eigenverbrauchsoptimierung können Unternehmen den Graustromeintrag minimieren.
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