einklang Energienewsletter – Ausgabe 01, September 2026

Der Energiemonat in fünf Minuten: Gas-Winter und Terminpreise, EEG-Novelle und Netzpaket, Netzentgelte 2027, AgNes und die neuen MiSpeL-Regeln für Speicher.
Hand zeigt auf einen Laptop-Bildschirm mit Strom- und Gaspreis-Charts

Willkommen zum ersten einklang Energienewsletter

powered by einklang energy

Der Energiemarkt produziert jeden Tag mehr Meldungen, als man lesen kann: Preisbewegungen, Gesetzesentwürfe, Festlegungen der Bundesnetzagentur, neue Technologien. Für Unternehmen, die Strom verbrauchen oder auch selbst erzeugen, zählt am Ende eine Frage: Was bedeutet das für unsere Kosten, unsere Verträge und unsere Geschäfte?

Genau dafür gibt es den einklang Energienewsletter. Einmal im Monat lassen wir den Energiemonat Revue passieren. Wir filtern und ordnen ein, was wirklich relevant war. Sie bekommen den Monat in fünf Minuten, mit konkreten Hinweisen, wo sich Chancen öffnen und wo Risiken liegen.

Warum von uns? Bei einklang arbeiten wir täglich mit und am Energiemarkt: Wir planen und vermarkten Batteriespeicher, steuern Verbrauch und Erzeugung mit unserer einklang OS Software und bieten passende Stromtarife von voll dynamisch bis strukturiert an. Was wir dabei für Entwicklungen sehen und welche Konsequenzen wir ableiten, teilen wir hier. Sachlich, ohne Werbung, ohne Alarmismus.

Die erste Ausgabe fällt in einen bewegten Monat: Terminpreise auf Jahreshoch, Gasspeicher so leer wie selten zu dieser Jahreszeit, drei Landtagswahlen und ein großes Gesetzespaket im Bundestag. Wir haben sortiert.

 

Der Monat in 30 Sekunden

–Strom für 2027 wird teurer. Das Frontjahr stieg zeitweise über 13,5 ct/kWh und steht zum Monatsabschluss bei 12,8 ct/kWh (wer für 2027 noch offene Mengen am Terminmarkt beschafft, zahlt die Gaskrise mit.)
–Die Gasspeicher sind zu knapp 58 % gefüllt, vor einem Jahr waren es gut 76 %. Das Winterrisiko bleibt damit im Preis, vor allem für das erste Quartal 2027.
–Das neue EEG ist auf dem Weg, aber noch offen. Seit Ende September laufen die Konsultationen des Bundestags, verabschiedet werden soll die Novelle bis Ende Oktober. Die Union fordert zuvor noch 86 Änderungen – bis dahin sind die Regeln für Eigenerzeugung und Netzanschluss ab 2027 im Fluss, denn zum Jahresende läuft die EU-Beihilfegenehmigung für zentrale EEG-Regeln aus.
–Erzeuger und Speicher sollen ab 2029 Netzentgelte zahlen. Die Bundesnetzagentur plant im Rahmen von AgNes 4-7 €/kW pro Jahr für neue Anlagen – wer PV oder Speicher plant, sollte das jetzt einrechnen oder die Investitionsentscheidung für einen Speicher noch vor Inkrafttreten der Reform treffen (erwartet zum Jahreswechsel).
–Drei Landtagswahlen verschieben die politischen Gewichte. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern wurde die AfD stärkste Kraft, in Berlin die Linke – die Länder entscheiden über Genehmigungen und Flächen, dort können sich die Bedingungen für Projekte ändern. Was das für Projekte bedeuten kann, lesen Sie unter Politik.
 

Top-Thema: Der Gas-Winter treibt den Strompreis

Terminpreise Strom und Gas 2027 im September 2026: Strom Cal-27 am 30.09. bei 128,00 €/MWh, Gas Cal-27 bei 58,33 €/MWh

Was passiert ist

Anfang September waren die deutschen Gasspeicher nur zu rund 54 % gefüllt. Das war laut Speicherverband INES der niedrigste Wert zu dieser Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen vor 15 Jahren. Bis Ende September stieg der Füllstand auf knapp 58 %, im Vorjahr lag er bei gut 76 %. Besonders leer ist Rehden, Deutschlands größter Speicher, mit unter 10 %. Gleichzeitig ist die Straße von Hormus faktisch blockiert, eine der wichtigsten Routen für Flüssiggas.

Warum das Ihren Strompreis betrifft

Gaskraftwerke setzen in vielen Stunden den Strompreis. Steigt Gas, steigt Strom mit. Der Terminmarktpreis für Strom im nächsten Jahr kletterte zeitweise auf über 13,5 ct/kWh.

Wie die Politik reagiert

Das BMWE hat den Staatskonzern Sefe verbindlich angewiesen, bis Mitte Dezember 8 TWh Erdgas einzuspeichern. Zudem stockt der Bund Reserveoptionen beim Marktgebietsverantwortlichen Trading Hub Europe auf. Einen direkten Staatseinkauf wie 2022 plant die Regierung nicht.

Wie es weitergeht

Zum 1. November müssen die meisten Speicher laut Gesetz zu 80 % gefüllt sein, sechs der Speicher, wie der in Rehden, nur zu 45 %. Eine Gasmangellage erwartet die Bundesregierung nicht. Das realistischere Risiko ist der Gas- und Strompreis: Ein kalter Winter oder eine neue Eskalation am Golf würde vor allem die Preise für das erste Quartal 2027 treiben.

 

Risiken und Chancen

Risiken

Winterrisiko im ersten Quartal 2027

Ein kalter Winter trifft vor allem die Preise für Januar bis März.

Was das für Sie heißt

Prüfen Sie, wie viel Ihres Bedarfs für das erste Quartal 2027 noch offen ist, und planen Sie die Absicherung, bevor der erste Kälteeinbruch kommt.

Netzentgelte für Eigenerzeugung und Speicher

Nach den Plänen der Bundesnetzagentur zahlen neue Einspeiser und Batteriespeicher ab 2029 ein Kapazitätsentgelt von 4-7 €/kW pro Jahr.

Was das für Sie heißt

Rechnen Sie diesen Kostenblock in jeden neuen PV-Business-Case ein. Für Speicher gibt es ein Zeitfenster, um ihn zu vermeiden – siehe Chancen.

Netzentgelte 2027 steigen

Der Bundeszuschuss zu den Übertragungsnetzkosten sinkt von rund 6,5 auf 5,525 Mrd. Euro pro Jahr. Die Übertragungsnetzbetreiber haben am 1. Oktober ihre vorläufigen Entgelte für 2027 veröffentlicht:

+0,68 ct/kWh

bzw. rund +24 %

Übertragungsnetzentgelt 2027

3,54 ct/kWh

Zum Vergleich 2026

2,86 ct/kWh

Ohne Zuschuss läge das Entgelt bei 6,52 ct/kWh. Die Werte sind noch vorläufig, da das Gesetz zum Zuschuss (§ 24d EnWG) noch verabschiedet werden muss. Besteht bis zum 7. Dezember 2026 keine Rechtssicherheit, fallen die endgültigen Entgelte höher aus. Die Verteilnetzbetreiber folgen bis 15. Oktober. Diese Preissteigerung sollte im Budget 2027 berücksichtigt werden, da sie die Gesamtstromkosten deutlich erhöhen kann.

Chancen

Flexibilität wird wertvoller

In der ersten Septemberwoche schwankte der Day-Ahead-Preis zwischen −2,02 und 305,06 €/MWh. Wer Lasten durch Flexibilität verschieben oder mit einem Speicher puffern kann, profitiert direkt von niedrigen Preisen und hohen Schwankungen und macht sich gleichzeitig unabhängiger von Preisspitzen.

Speicher jetzt entscheiden, 20 Jahre profitieren

Batteriespeicher, für die die finale Investitionsentscheidung vor Inkrafttreten der Netzentgeltreform AgNes fällt und die bis 4. August 2029 in Betrieb gehen, bleiben 20 Jahre von Netzentgelten befreit. Die Reform wird zum Jahreswechsel erwartet. Wer jetzt schon über einen Speicher nachdenkt, sollte die Entscheidung zeitnah vorbereiten, um rechtzeitig eine verbindliche Netzanschlusszusage zu erhalten.

Speicher dürfen Netz- und Solarstrom mischen (MiSpeL)

Seit 1. Oktober können Speicher Solar- und Netzstrom aufnehmen, ohne dass der zwischengespeicherte Solarstrom seine EEG-Förderung verliert. Für zurückgespeisten Netzstrom, der zuvor zwischengespeichert wurde, fallen entsprechend weniger Umlagen und Netzentgelte an, weil die Mengen saldiert werden. Voraussetzung sind Direktvermarktung und viertelstundengenaue Messung. Das gilt auch für Anlagen ohne Förderung und ohne eigene Erzeugung. Ein Gewerbespeicher kann neben dem Eigenverbrauch, Lastspitzenkappung und Strompreisoptimierung zusätzlich am Strommarkt verdienen. Mit der richtigen Software (CTA:einklang OS) und der Zustimmung des Netz- und Messstellenbetreibers können Sie so eine zusätzliche Erlösquelle erschließen.

 

Markt

Der Gaspreis hat den Strommarkt im September bestimmt. Das Frontjahr Strom (Lieferung 2027, Grundlast Deutschland) folgte dem Gas fast eins zu eins.

Woche bisStrom Cal 27 (€/MWh)Gas Cal 27 (€/MWh)
30.09.128,0360,88
Höchst 135,8062,42
Niedrig126,4756,15

Treiber

Niedrige Speicherstände, die Lage am Golf und der Wettbewerb mit Asien um Flüssiggas trieben Gas nach oben. Mitte September sorgten Gewinnmitnahmen, ein schwächerer Ölpreis und mildere Wetterprognosen für eine Korrektur.

Spotmarkt

Der Day-Ahead-Markt war sehr volatil. In der ersten Septemberwoche lagen die Preise zwischen −2,02 und 305,06 €/MWh, negative Preise gab es nur leicht am Wochenende. Schwacher Wind und hohe Residuallast trieben die Grundlast für den 11. September auf 195,23 €/MWh, für den 18. September lag sie bei 120,53 €/MWh. Gegen Monatsende spitzte sich die Lage zu: An einem Tag lag das Tagesmittel bei 256,55 €/MWh, eine Viertelstunde erreichte 740,01 €/MWh. Bis 27. September lag der Monatsdurchschnitt bei 154,19 €/MWh, an drei Tagen gab es negative Preise.

 

Politik und Regulatorik

Wahlen

In Sachsen-Anhalt (6.09.) kam die AfD auf 43,8 % und verfehlte die absolute Mehrheit um drei Sitze. In Mecklenburg-Vorpommern (20.09.) wurde sie mit 38,2 % stärkste Kraft vor der SPD, in Berlin gewann die Linke mit 25,7 %. Bei den Stichwahlen in Niedersachsen (27.09.) verlor die AfD alle drei Duelle. Energiepolitisch relevant sind die Wahlen, da die Länder über Flächen, Genehmigungen und Landesprogramme entscheiden. In Sachsen-Anhalt hat die AfD in ihrem Wahlprogramm angekündigt, die Landesenergieagentur LENA abzuschaffen und keine neuen Windkraftanlagen mehr zu genehmigen. Ob und wie das umgesetzt wird und ob die AfD die Regierung stellt, ist offen. Die Branche warnt vor einem Bruch in der Transformation.

Kritische Infrastruktur

Nach der Anschlagserie auf Umspannwerke, bei der zeitweise 4.200 MW vom Netz waren, ist der Schutz kritischer Infrastruktur ins Zentrum der Debatte gerückt. Die Frage ist, wie sich Resilienz und Unabhängigkeit stärken lassen. Dezentrale Erzeugung und Speicher, auch mit Schwarzstartfähigkeit, sind dafür wieder wichtige Themen – nicht nur für Netzbetreiber, sondern auch für Unternehmen.

EEG-Novelle und Netzpaket

Status

1. Lesung 24.09., Bundesrat 1. Durchgang 25.09.; Anhörungen EEG 5.10., Netzpaket 7.10.; Verabschiedung im Bundestag bis Ende Oktober geplant

In der letzten Septemberwoche haben Bundestag und Bundesrat erstmals über die EEG-Novelle und das Netzpaket beraten. Die Entwürfe sehen vor, dass kleinere Dachanlagen dauerhaft höchstens 50 % ihrer Leistung einspeisen. Für Freiflächen-PV und Wind an Land soll die Anschlussleistung auf 70 % der Spitzenleistung begrenzt werden, in Engpassgebieten soll ein Redispatch-Vorbehalt gelten, der in der Koalition inzwischen offen infrage steht: Bei der ersten Lesung verteidigte ihn kein Abgeordneter, die SPD lehnt ihn ab. Verbände und Länder haben große Vorbehalte, vor allem gegen die dauerhaften Grenzen und die Einschränkungen beim Netzanschluss. Sie fürchten, dass der Ausbau der Erneuerbaren gebremst wird: Das Ziel von 80 % erneuerbarem Strom bis 2030 bleibt zwar ausdrücklich bestehen, die Änderungen erschweren aber Wirtschaftlichkeit und Finanzierung neuer Projekte. Vor der Verabschiedung will die Union die Novelle noch einmal deutlich ändern: Ein Fraktionspapier mit 86 Änderungs- und Prüfbitten sieht einen fest terminierten Ausstieg aus der EEG-Förderung und niedrigere Fördersätze vor. Zustimmen muss der Bundesrat nicht. Beschlossen werden soll trotzdem schnell, weil die EU-Beihilfegenehmigung des geltenden EEG Ende 2026 ausläuft.

Kritik an der Reform in Zahlen

Laut einer Studie der GWS im Auftrag der Bertelsmann Stiftung könnte die Beschäftigung in den Erneuerbaren bis 2035 vom Rekordstand 436.300 auf 706.100 steigen, wenn die Ausbauziele erreicht werden. Mit EEG-Novelle, Netzpaket und weiteren Energiegesetzen wären es nur 519.500 – rund 186.600 Stellen weniger. Der Thinktank Epico rechnet vor, dass der Redispatch-Vorbehalt die Stromgestehungskosten für Freiflächen-PV durch Risikoaufschläge um mehr als 10 % erhöht. Auch zwölf Unternehmen der konventionellen Energiewirtschaft, darunter RWE, EnBW und LEAG, fordern Nachbesserungen: Die Schwelle für kapazitätslimitierte Gebiete soll von 5 auf 10 % der abgeregelten Strommenge steigen, die entschädigungsfreie Abregelung auf 10 % statt 20 % der Jahresstromerzeugung begrenzt werden. Der Wirtschaftsausschuss des Bundesrats hält die Beteiligungsfrist für „äußerst" kurz und empfiehlt, nicht zeitkritische Teile wie die Änderungen bei der Vergütung kleiner PV-Anlagen zurückzustellen.

Netzentgeltreform AgNes

Status

Konsultation beendet 18.09.; Festlegung geplant zum Jahreswechsel

Die Bundesnetzagentur will Einspeiser und Speicher an den Netzkosten beteiligen. Umstritten sind Höhe und Aufwand: Der Erneuerbaren-Verband BEE fordert eine Obergrenze von 4,5 €/kW. Klar ist auch: Für Unternehmen mit mehr als 100.000 kWh Jahresverbrauch entfällt ab 2029 der klassische Leistungspreis auf die höchste Viertelstunde des Jahres. Stattdessen bestellen sie eine Kapazität und zahlen dafür einen Kapazitätspreis. Innerhalb dieser Kapazität gilt der reguläre Arbeitspreis (AP1), für Mengen darüber ein höherer AP2 von 200 bis 350 % des AP1. Die richtige Bestellkapazität wird damit zur Optimierungsaufgabe, vor allem für Unternehmen mit Flexibilität. Konkrete Preise gibt es noch nicht, sie kommen erst mit den Preisblättern im Oktober 2028.

Speicher-Festlegung MiSpeL

Status

beschlossen 1.10.; ab sofort anwendbar, wenn Netz- und Messstellenbetreiber zustimmen; Umsetzungsfrist bis Ende September 2027

Die Bundesnetzagentur hat am 1. Oktober die Regeln zur Marktintegration von Speichern und Ladepunkten beschlossen. Bisher mussten geförderter Grünstrom und Netzstrom in Speichern getrennt bleiben. Jetzt dürfen Speicher beides aufnehmen, ohne dass der Solarstrom seine EEG-Förderung verliert; für wieder eingespeisten Netzstrom ist eine Saldierung vorgesehen. Zur Abgrenzung der Mengen gibt es zwei Wege: die Abgrenzungsoption für alle, meist mit zwei Zählern, und eine vereinfachte Pauschaloption für Haushalte mit PV bis 30 kW, die noch auf die EU-Beihilfegenehmigung wartet. Bidirektionale Ladepunkte für E-Autos werden weitgehend wie Speicher behandelt; nach Kritik von Autobauern und Versorgern hat die Behörde hier nachgebessert.

Kraftwerksausschreibung

Status

erste Runde abgeschlossen

Die erste von zwei Ausschreibungen für neue Gaskraftwerke in diesem Jahr (zusammen 9 GW) umfasste 4,5 GW (Gebotstermin 8. September) und war deutlich überzeichnet. Zuschläge folgen bis 3. November, am 29. Dezember kommen weitere 4,5 GW.

 

Technologie und Trends

Branche unter Druck

Trotz Rekordausbau bei Solar und Wind häufen sich die Insolvenzen. Im September meldeten mit Enerparc, Deutschlands größtem unabhängigen Betreiber von Solarparks, und dem Speicheranbieter RCT Power zwei bekannte Namen Insolvenz an. Weitere Projektentwickler stehen laut Medienberichten unter Druck. Die Gründe: Die Zuschlagswerte für Freiflächen-PV sinken seit Jahren, zuletzt auf durchschnittlich 4,79 ct/kWh in der Juli-Runde, gleichzeitig steigen Bau- und Finanzierungskosten. Hinzu kommt die Unsicherheit durch EEG-Novelle und Netzpaket, die laut Solarverband BSW zu „solaren Sperrzonen" führen könnten.

Speicher und E-Fahrzeuge als Netzentlaster

Das Fraunhofer IEE hat 1.313 ländliche Umspannwerke untersucht. Mit intelligent gesteuerten Batteriespeichern von rund 60 GW ließen sich dort theoretisch 150 GW zusätzliche PV anschließen, weil die Trafos besser ausgelastet würden. Durch das Zusammenspiel von intelligenten Netzen, Steuerung und Speichern lassen sich erhebliche Kosten im Netzausbau sparen und zusätzlich mehr Erneuerbare ans Netz bringen. Voraussetzung ist eine ausreichende Digitalisierung der Netze auf allen Ebenen. Auch E-Autos können künftig als Speicher dienen: Laut einer Studie der Fraunhofer-Institute ISI und ISE könnte flächendeckendes bidirektionales Laden die Energiesystemkosten bis 2040 EU-weit um rund 22 Mrd. Euro pro Jahr senken, in Deutschland um 8,4 Mrd. Euro. Für die Autoindustrie geht es zudem um einen Technologievorsprung gegenüber China. Mit der neuen MiSpeL-Festlegung werden bidirektionale Ladepunkte weitgehend wie Speicher behandelt – mehr unter Politik.

 

Ausblick – Was jetzt kommt

Das EEG geht in die heiße Phase. Am 5. Oktober hört der Bundestag Sachverständige zur EEG-Novelle an, am 7. Oktober zum Netzpaket. Verabschiedet werden sollen beide bis Ende Oktober, danach ist der Bundesrat am Zug. Bis dahin kann sich noch einiges bewegen – bei den Differenzverträgen, den Einspeisegrenzen und dem Redispatch-Vorbehalt, zumal die Union noch Änderungen fordert. Wir verfolgen das in den nächsten Ausgaben.

DatumWas anstehtWarum es wichtig ist
15. OktoberVorläufige Verteilnetzentgelte 2027Erst damit wird die tatsächliche Netzentgeltlast pro Standort sichtbar, denn der Großteil der Netzkosten fällt im Verteilnetz an.
Bis Ende OktoberGeplante Verabschiedung von EEG-Novelle und Netzpaket im BundestagDanach stehen die Regeln für Eigenerzeugung und Netzanschluss ab 2027 fest.
7. DezemberFrist für die Rechtssicherheit beim Netzentgelt-Zuschuss (§ 24d EnWG)Fehlt das Gesetz bis dahin, fallen die endgültigen Netzentgelte 2027 höher aus.
DezemberRegistrierung im BAFA-Portal zum Industriestrompreis (voraussichtlich)Betrifft Unternehmen der KUEBLL-Teilliste 1.
31. DezemberEnde der EU-Beihilfegenehmigung für das geltende EEGPV-Projekte vor oder nach dem Stichtag fallen womöglich unter unterschiedliche Regeln.
JahreswechselFestlegung der Netzentgeltreform AgNes erwartetStichtag für die finale Investitionsentscheidung bei Speichern, um die 20-jährige Netzentgeltbefreiung zu sichern.
 

Aus dem einklang-Umfeld

Ausblick

Nächstes Webinar: Speicher, Vermarktung und Stromversorgung im Zusammenspiel

Gemeinsam mit unserem Partner INTILION zeigen wir, wie Gewerbe- und Industriebetriebe Batteriespeicher, Vermarktung und Stromeinkauf zu einer ganzheitlichen Energielösung verbinden – und was das konkret für Kosten und Lastspitzen bedeutet.

📅 Donnerstag, 08. Oktober 2026, 10:00 Uhr

💻 Online & kostenfrei

Jetzt kostenfrei anmelden

Kommende Woche: Wir sind auf der Fakuma

Vom 12. bis 16. Oktober findet in Friedrichshafen die Fakuma statt, die Fachmesse für Kunststoffverarbeitung. Wir sind mit unserem Team vor Ort.

Kaum eine Branche spürt Energiekosten so direkt wie die Kunststoffverarbeitung. Spritzgießmaschinen, Extruder und Temperiergeräte laufen oft rund um die Uhr, und schon wenige Lastspitzen können die Netzentgelte für das ganze Jahr bestimmen. Genau darüber sprechen wir gern mit Ihnen: Wie lassen sich Lastspitzen kappen und Strom günstiger einkaufen, und das ohne eigenes Investment?

📅 12.–16. Oktober 2026

📍 Messe Friedrichshafen, Halle ÜO, Stand ÜO-13-3

Rückblick

EUDEX in Essen

MiSpeL-Webinar mit HORIZONTE

Am 10. September haben wir gemeinsam mit der HORIZONTE-Group Technik ein Webinar zu Batteriespeichern in der Praxis gehalten. Im Mittelpunkt standen drei Fragen: Was ändert sich durch MiSpeL? Wie lässt sich ein Speicher heute wirtschaftlich vermarkten? Und welche technischen Faktoren entscheiden am Standort über die richtige Auslegung?

Inzwischen ist das Thema noch aktueller geworden. Seit dem 1. Oktober gilt MiSpeL. Speicher können damit Grünstrom und Netzstrom gemeinsam nutzen, ohne dass die EEG-Förderung verloren geht. Bis zum 30. September 2027 gilt eine Übergangsphase, in der Netz- und Messstellenbetreiber zustimmen müssen.

Die vollständige Aufzeichnung steht ab sofort bereit, für alle, die etwas nachschauen möchten, und für alle, die es zeitlich nicht geschafft haben.

Zur Aufzeichnung

 

Quellen

Eigene Zusammenfassungen auf Basis von:

Datum
6.10.2026
Autor
Lea Lotter-Becker | Produktmanagerin Energiesysteme

Lösung

Was Sie mit einklang kombinieren können

Luftaufnahme des einklang Betriebsgeländes mit Photovoltaik-Dach, Batteriespeicher-Containern und Ladezone bei Sonnenuntergang

Ganzheitliche Batterielösung

Speicher, Anbindung und Betrieb aus einer Hand – auf Wunsch ohne eigene Investition.

Zur Batterielösung →
Hand zeigt auf eine ansteigende Strompreiskurve auf einem Bildschirm

Intelligente Stromversorgung

Der passende Stromtarif für Ihren Betrieb: dynamisch, mit der Batterie als Preisversicherung.

Zur Stromversorgung →
Lange Glasfassade einer Produktionshalle, im Hintergrund Windräder über den Feldern

Intelligente Direktvermarktung

Ihre Erzeugungsanlagen am Markt vermarkten und mehr aus jeder Kilowattstunde herausholen.

Zur Direktvermarktung →
Transporter vor einer Ladestation in der Dämmerung, daneben weiße Batteriespeicher-Schränke

Intelligentes Lademanagement

Ihre Ladeinfrastruktur netzdienlich und kostenoptimiert steuern.

Zum Lademanagement →

Ihr nächster Schritt

Sprechen wir über Ihren Standort

Sie haben gelesen, wie sich der Strommarkt verändert. Wir rechnen Ihnen aus, was das für Ihren Betrieb bedeutet – auf Ihren Lastdaten, innerhalb von zwei Werktagen.

  • Berechnung auf Ihren Lastdaten
  • Antwort innerhalb von zwei Werktagen
  • Unverbindlich und ohne Verkaufsdruck
Kontaktieren Sie einen Experten
0 157 774 072 74
Mo-Fr: 9:30 Uhr bis 17:30 Uhr
Rufen Sie uns an!